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It's only Rock'n'Roll, but we like itVarious Artists - Repertoire 15th Anniversary Sampler (Repertoire) Als Reaktion auf das relative Desinteresse großer Major-Firmen wie Sony, EMI und Co. trat das Hamburger Plattenlabel Repertoire Records im Jahre 1988 erstmals in Erscheinung, um der Nachwelt mittels des Erwerbs von Presslizenzen, längst verlorengeglaubte musikalische Schätze des 20. Jahrhunderts zu präsentieren. Skeptisch beäugt von Fans und Musikpresse war der Auftrag klar definiert: Es galt der damaligen Flut von grauenhaft klingenden, lieblos aufbereiteten Wiederveröffentlichungen, mit der dubiose Labels zu Dumpingpreisen den Markt überschwemmten entgegenzutreten. Durch einem hohen Standard an Qualität, Kompetenz und einer musikalischen Recherche, die nur mit der akribischen Genauigkeit eines Insektensammlers zu vergleichen ist, erntete man jedoch binnen kürzester Zeit höchste Anerkennung und gilt heute als DAS europäische Retro-Label überhaupt. Der mit 36 Tracks randvoll gepackte Anniversary Sampler, bietet einen wunderschönen Querschnitt, durch das inzwischen über 1.000 Wiederveröffentlichungen umfassende Repertoire-Archiv. Statt der Oldie-Hitparade zum mitklatschen erhält der Käufer eine liebevolle Zusammenstellung mit großartigen Nummern von u.A. Ian Hunter, Alvin Lee, Jethro Tull, UFO, Chris Spedding und Procol Harum. Eine musikalische Reise in die Vergangenheit mit jeder Menge Überraschungsmomenten. | ||||
The re-birth of coolFun Lovin' Criminals - Welcome To Poppy's Das New Yorker Trio um Frontmann Huey "DiFontaine" Morgan, gehört mit Sicherheit zu den innovativsten Entdeckungen der letzten Jahre, verfügt doch diese Band über eine Eigenschaft, die bei Musikern der neueren Generation immer seltener anzutreffen ist: Songs zu schreiben, die sich bereits nach einmaligem Hören im Gehörgang eines Menschen festsetzen, ohne sich dazu gängiger Klischees, oder trivialen Singsang bedienen zu müssen. Ihr unverwechselbarer Sound ist ein urbaner Großstadt-Groove, der sich aus smoothen Soulstrecken, jazzigen HipHop-Shots und Hueys Gitarre, die er gekonnt im lustigen Wechsel zwischen Funk, Blues, Soul und Punk rotieren lässt, zusammensetzt. Nach diesem altbewährten Rezept pflegen die Criminals seit ihrem 1996er Debüt "Come Find Yourself" ihre Platten aufzunehmen und das ist auch diesmal nicht anders. "Welcome To Poppy's" heißt ihr neuestes Werk und wurde - wie sollte es auch anders sein - ein typisches Fun Lovin' Criminals Album. Eine New Yorker Stadtrundfahrt in der man sowohl die schönen, als auch die hässlichen Ecken des Big Apple sieht. Huey ist der Stadtführer und wirkt dabei wie Charles Bronson in Death Wish. Vom rhythmisch-groovenden Opener "Too Hot" bis zum smoothen "Got Our Love" - vom Contry gestylten "Just Can't Have It All" zum Gitarren-Kracher "Baby". "Welcome To Poppy's" ist laut, leise, sanft, rau und vor allem eines: Ultra cool! | ||||
The new sound of LondonChicken Lips - DJ Kicks (!K7) Disco-Dub, so lautet das musikalische Konzept drei junger Londoner DJs die sich Chicken Lips nennen. Ob mit eigenen Tracks oder mit Remixen, die sie für Elektro-Heroen wie Headman, Underworld oder Stereo MCs gemixt haben, das Trio ist schlichtweg gefragt und steht in England für den neuen In-Sound der Clubszene. Somit ist es natürlich auch nicht weiter verwunderlich, dass das englische !K7 Label, selbst immer mit einem guten Riecher für neues und innovatives ausgestattet, sich die Arbeiten der drei Briten einmal etwas genauer ansah. Kurzerhand bot man Ihnen eine Veröffentlichung auf DJ Kicks an und die Drei willigten ein. Das Resultat besteht aus 21 Tracks, die überwiegend aus den 70er und 80er Jahren, stammen und uns in Form musikalischer Fragmente begegnen. Zeitlose Klassiker von Brainticket bis Colourbox, von Sharon Redd bis Nina Hagen werden von Chicken Lips abenteuerlich geloopt und im gecutteten Disco-Boogie-Style von "lustig" bis "funky" durch den Mixer gejagt. Dabei ist äußerst positiv zu bemerken, dass die Stücke bei dieser Aktion nicht "versaut" sondern "veredelt" werden. Der Sound selbst ist meistens satt, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt penetrant. Alles in allem eine rundherum saubere Dancefloor-Scheibe die seit Langem mal wieder Anhänger aller elektronischen Lager begeistern dürfte. | ||||
![]() The discovery of a powerfully contagious new sound Oi Va Voi - Laughter Through Tears (Outcaste) Unauffällig und ohne große Beachtung durch die Öffentlichkeit leben im Londoner Bezirk White Chapel Juden friedlich als religiöse und ethnische Minderheit - so auch die Mitglieder einer Band Namens Oi-Va-Voi. Das Sextett, das ganz aktuell mit seiner CD "Laughter Through Tears" die Nr.1 in den World Music Charts belegt und bereits für den renommierten World Music Award der BBC nominiert wurde, erinnert zwar auf den ersten Blick an ein typisches Klezmer-Orchester, aber der Schein trügt. Obwohl jüdische Traditionen in ihren Songs deutlich und unüberhörbar präsent sind, ist es doch eher der Groove urbaner Zeiten, der die Musik von Oi-Va-Voi charakterisiert. Die Sängerin Sophie Solomon und ihre fünf Mannen haben ihre musikalischen Erfahrungen aus Pop, Klassik Jazz und englischer DJ-Szene gesammelt und in einen großen Schmelztiegel geworfen. Schnelle Trompetenklänge des Balkans treffen auf die melancholische Violine des jüdischen Ghettos - treibende Basslinien kreuzen sich elegant mit den Rhythmen des spanischen Flamenco. Eine musikalische Kollage, die mit der Spurensuche in der eigenen Tradition begann und als musikalische Reise durchs multikulturelle London endet. | ||||
A Brazilian AppetizerZuco 103 - One Down, One Up (2-CD) (Ziriguiboom) Die Musik der in Amsterdam lebenden Multikulti-Truppe Zuco 103 gilt seit Erscheinen ihres 2000er Debüt Albums "Outro Lado", als ultimatives Aushängeschild des "Nu-Brazil" oder "Brazilectro-Sounds". Der aufregende Mix aus elektronischen und brasilianischen Soundfragmenten, gilt als äußerst eingängig und geht direkt in die Beine. Vor allem auf der Bühne, ist die Band um die exotische Frontfrau Lilian Vieira, mehr als ein Hingucker. Leicht und spielerisch, lässt Sie Elemente aus New Jazz, Soul und Weltmusik zu einer groovenden Ethno-Fusion verschmelzen. Da das neue Zuco Album erst für 2004 geplant ist, entschied sich Band und Management zu einem musikalischen Appetizer. One Down, One Up, so der Titel, ist eine Doppel-CD, die dem Hörer die Wartezeit verkürzen und gleichzeitig die Vorfreude anheizen soll. Auf CD1 zeigen sich Zuco von ihrer akustisch-jazzigen Seite. 8 Tracks, allesamt akustisch instrumentalisiert, erinnern in ihrer Machart vor allem an die großen Jazz-Klassiker der fünfziger und sechziger Jahre. CD2 beinhaltet neben drei Remixen des Vorgänger-Albums "Tales Of High Fever", noch sechs Live Tracks die es wirklich in sich haben. All jene, denen das Glück diese großartige Live-Band hautnahe zu erleben bisher verwährt blieb, bekommen hier ihre persönliche Kostprobe frei Haus mitgeliefert. | ||||
Up in smokePothead - Tuf Luv (Janitor) Anfang der 90er, als Grungemusik noch kein Schimpfwort war und ganze Heerscharen von Musikern in den amerikanischen Westen pilgerten, um sich ihr Stück vom großen Kuchen abzuschneiden, machten sich Pothead aus den Staub und kehrten ihrer Heimatstadt Seatle den Rücken zu. Nach einem kurzen Orientierungstrip durch Europa landeten sie zuerst in München und zu guter Letzt in Berlin - wo sie sich mit einem neuen Schlagzeuger ausstatteten und heute noch leben. Inzwischen immerhin auf 8 (teilweise geradezu geniale) Studioalben gebracht, blieb der große Durchbruch vermutlich nur deshalb aus, weil Pothead wirklich zu den Wenigen gehört, denen man bescheinigen kann das sprichwörtliche "eigene Ding" zu machen und sich jeglichem Diktatversuch seitens eines Plattenkonzerns erfolgreich wiedersetzten. "Tuf Luf", so der Name von Album N°°9, erscheint daher ebenfalls wieder im bandeigenen Plattenvertrieb Janitor Records. 12 brillant arrangierte Songs der Marke Dessert-Rock, mit dem typisch treibenden Schlagzeugsound und einem Bass, der klingt als würde man versuchen mit einer Dampframme die Wüste von Arizona zu planieren. Bemerkenswert: In keinem ihrer vorherigen Alben, hat sich die Band so stark mit ihrer amerikanischen Heimat und den dort herrschenden politischen Verhältnissen auseinandergesetzt. Ein Booklet mit Texten liegt bei und so kann man amüsiert feststellen, das sich auch andere Amerikaner als Michael Moore Gedanken über die Zukunft ihres Landes machen. | ||||
Muhammad Ali and the ultimate sound of fistfightingVarious Artists - Hits & Misses (Trikont) Lange bevor Samstagabendunterhalter wie der furcheregende Axel Schulz oder das Haarshampoo-Model "Gentleman" Henry Maske, ihre Fäuste lustig zwischen den RTL-Werbeblöcken schwangen, gab es einmal eine Zeit, in der sich die halbe Nation den Wecker auf 4:00 Uhr stellte um im TV einem echten "Rumble in the jungle", oder einen "Thriller in Manila" mitzuerleben. Im Ring stand ein Mann, dessen Name wie kein anderer für den Boxsport steht und der bis heute nichts vom Glanz der ihn einst umgab einbüßte: Muhammad Ali! Heavy Weight Champion of the world, Großmaul oder Black Superman - Ali war Sport-Idol, Pop-Rebel und Weltverbesserer in einem. "Hits & Misses" trägt 22 Songs von und um Muhammad Ali zusammen. Bekannte und unbekannte Soul-, Funk-, Brasil- und Reggae-Musiker treffen auf singende Boxer und ehemalige Ali-Gegner. Natürlich hatte auch "The Greatest" die passende Gelegenheit ergriffen seine Boxhandschuhe gegen ein Gesangsmikro einzutauschen... Hits & Misses - ein Tribute an den größten Boxer aller Zeiten. | ||||
Tales of love and longingHolly Lerski - Life Is Beautiful (Sanctuary) "Wenn Tim Buckley statt eines Sohnes eine Tochter gehabt hätte, dann würde sie wohl so wie Holly Lerski klingen..." So urteilte jüngst die englische Presse über Ihre neue Folk Ikone. Und in der Tat - Holly ist eine der besten Singer / Songwriterinnen, die in den letzten Jahren aus Großbritannien kamen. Aus unkonventionellem Hause mit Französisch/Irischen Vorfahren stammend, kam Holly schon früh mit Rock und Folkmusik in Berührung. Ihre erste Gitarre bekam sie mit 5. Mit 9 zogen ihre Eltern von London nach Norfolk und Holly spielte in ihrer ersten Band. 1979 gründete sie dann zusammen mit dem Gitarrist Jo Baker die Band Angelou mit der sie im weiteren Verlauf 2 Alben veröffentlichte. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, konnte Holly erst mit "Life Is Beautiful", ihrem ersten Soloalbum, zeigen was wirklich in ihr steckt. Auf 11 Tracks, allesamt aus ihrer Feder stammend, verführt sie den Hörer mit der melancholischen Schönheit ihrer Stimme. Die mitunter recht poppig arrangierten Songs, erscheinen zeitlos und eigenen sich sowohl für verregnete Sommertage, als auch für lange Winterabende. | ||||
Part II of an electronic poetry-slamUrsula Rucker - Silver Or Lead (!K7) Im Jahre 2001 sorgte die aus Philadelphia stammende Ursula Desire Rucker, mit ihrem grandiosem Debüt-Album "Supa Sister" weltweit für Furore. Ihr individueller Stil, poetischen Ausdruck in elektronische Klangwelten einzubetten, wurde von Kritikern und Hörern gleichermaßen geschätzt und bewundert. Nun ist die gelernte Journalistin wieder da und holt mit ihrem neuem Album "Silver Or Lead" zum "Second strike" aus. Intelligente Poetik über Frausein, Liebe, Sexismus und Politik - vorgetragen mit der Leichtigkeit, Wärme und Ausdruckskraft ihrer charismatischen Stimme, verwebt sich mit kühlen Grooves, warmen Afrobeats und elektronischen HipHop Modernismen. Je feiner Mrs. Ruckers Betonungen, je sanfter Ihre Silben und Sätze werden, desto härter trifft einen oft ihr düsteres Wort! Für den hohen Qualitätsstandart in ihrer Musik, sorgen Seelenverwandte und produzierende Musiker-Freunde wie Jazzanova, King Britt oder Rob Yancy. Ein beeindruckendes Album, das zu einer der bewegendsten und besten "Talkin' Soul Platten" aller Zeiten werden kann. | ||||
Modern symbols of oriental beauty and mysteryNasiba - Samarkand (Blue Flame) Samarkand, einst blühendes Zentrum und Handelsmetropole an der Seidenstrasse von Peking nach Istanbul, ist eine Stadt mit einer etwa 2.500 Jahre alten Geschichte im heutigen Uzbekistan. Samarkand ist auch die Heimat der Sängerin Nasiba Abdullaeva, einer faszinierenden Frau, deren gleichnamiges Debüt-Album in diesen Tagen in die Plattenläden kommt. In ihrer Musik entwickelt Nasiba eine dialektische Synthese aus Pop und dem kulturellem Reichtum ihrer Stadt - ein Beispiel für die moderne, zeitgenössische Kultur Zentralasiens. Dabei profitiert sie neben ihrer geschmeidigen, vielseitigen Stimme vor allem von ihrer Sprachvielfalt. Nasiba singt Usbekisch, Farsi, Tadschikisch, Aserbaidschanisch, Russisch, Französisch, Türkisch, Arabisch und Hindi. Trotz westlichem Einfluss behält sie die Tradition fest im Blick. Dabei fügen sich Ihre klassischen Instrumente wie Tar, Doira und Tanbur, nahtlos mit modernen Grooves und Keyboard-Sounds ineinander. Ein zentralasiatisches Musikkolorit auf 17 Tracks - Ethno-Pop voller Kraft und Lebensfreude. | ||||
C'est Si Bon ! C'est Si Bon !Various - The Girls From Copacabana (Nikita Music) Rio de Janeiro war Anfang der sechziger Jahre für die meisten hierzulande so unerreichbar wie der Mond. Nichts als ein Name - den man jedoch voller Sehnsucht und Anmut aussprach. Schade eigentlich, denn während hierzulande Mama und Papa im neuem VW-Käfer dem wohlverdienten Italienurlaub über "den Brenner" antraten, schlenderte man am anderen Ende dieser Welt lässig mit Sonnenhut, Sonnenbrille und Strandtuch ausgestattet, an die Praia de Copacabana. Und während hierzulande Vico Torrianis "Capri Fischer" aus dem Kofferradio quäkten, lag dort ein wunderbarer Mix aus Bossa Nova, Jazz und Samba Balladen in der Luft. The Girls From Copacabana, ist eine wunderbare Sammlung, längst verlorengeglaubter, musikalischer Schätze und stellt die großartigsten Sängerinnen jener Zeit vor. Namen wie Norma Bengel, Sylvia Telles, Maysa oder Doris Monteiro verkörpern den Zeitgeist jener Epoche und dürften selbst eingefleischten Brasil-Fans weitgehend unbekannt sein. Eine Reise zurück in jene Tage, in der die "heile Welt" noch in Ordnung war. | ||||
Lap-Steel dessert dreamsCanyon - Empty Rooms (EFA) Wie wär's denn mal mit einem kleinen Trip über den großen Teich? Irgendwo an der Ostküste mieten wir uns einen 66er Chevrolet Chevelle, drehen den Zündschlüssel rum und lassen das Abenteuer beginnen. Just straight ahead - immer Richtung Westen. 3 Tage, 3 Nächte - es müssen hunderte von Meilen gewesen sein. Hier irgendwo in dieser Wildnis - zwischen Kakteen, verfallenen Goldmienen und einem einsamen Highway werden wir ihm dann begegnen - dem Sound von Canyon. Die musikalischen Einflüsse dieser aus Washington DC stammenden Band sind äußerst vielseitig. Da wären zunächst einmal Townes Van Zandt, Kris Kristofferson und Bruce Springsteen zu "Nebraska" Zeiten - bei genauerem hinhören entdeckt man zudem die Melancholie der "Cowboy Junkies", die spirituelle Kraft von "Giant Sand" und einen Sound der irgendwie verdammt an die aus Boston stammenden Indie Legende "Galaxie 500" erinnert. Aber Vorsicht: Es wäre ein fataler Fehler die Faszination, die von dieser Band ausgeht lediglich ihrer Parallelität zum vermeintlichem Original zuzuschreiben. Das eigentlich Entscheidende bei Canyon ist, abgesehen von ihrer Charismatik, eine faszinierende Begabung mit Mundharmonika, Akkordeon und psychedelischen Gitarren-Riffs ein Monument auf den sterblichen Überresten des Country Rock zu errichten. Ein musikalisch, melancholischer Feldzug durch die Wüste. | ||||
The breaking pointNeil Young - On The Beach (Warner) Immer wenn den großen Bossen der gebeutelten Musikindustrie mal wieder die Ideen ausgehen, das Material für die 102. Kompilation restlos ausgeschöpft und der nächste Hype weit und breit nicht in Sicht ist, begibt man sich auf Schatzsuche runter in den Keller. Was dann oftmals so aus den Archiven zu Tage befördert wird, ist von solch einer Beliebig- und Belanglosigkeit, dass man gut daran täte, es direkt wieder dorthin zurückzubefördern um es an der tiefsten Stelle zu verbuddeln. Manchmal jedoch, wenn auch selten, tja manchmal hebt man einen echten Schatz - ein musikalisches Juwel. So im Falle von "On The Beach" dem bittersüßen 74er Meisterwerk von Neil Young. Bisher nie als CD erschienen, kommt es digital remastered, ohne Bonus-Schnickschnack, (...der hier wohl auch völlig deplaziert wäre) im schlichten Retro-LP-Style daher. Zu hören ist ein nölender Neil Young, dessen Stimme mitunter eher nach Dylan, als nach seiner eigenen klingt. "We got twenty five rifles just to keep the population down" Der Untergang von Flower-Power, Love and Peace wird endgültig besiegelt. Gestrandete Seelen sammeln sich zum "Vampire Blues" - die letzten Hippies sind verschwunden oder totgefixt. "On The Beach" symbolisiert Verzweifelung in einer nie zuvor erlebten Form. Ein zeitloses Zeugnis von einem, der das Feuer überlebte und genau deshalb freiwillig wieder hinein ging. | ||||
Fifteen songs in fifty-six glorious minutesWeen - Quebec (Sanctuary) Ob man sie nun mag oder nicht, in einem sind sich wohl alle einig: Diese Band ist ein musikalisches Phänomen. Bereits Mitte der Achtziger in New Hope/Pennsylvania gegründet, ging der Karriereweg der damals 14jährigen "unechten" Brüder Dean und Gene Ween seit Anfang der Neunziger stetig nach oben. Ihr 94er Album "Chocolate & Cheese" wurde ein Meilenstein des Indie-Rock - ihr letztes 2000er Studio Album "White Pepper" war so genial, dass allein der Versuch es toppen zu wollen scheitern muss. Vielleicht ist genau dies der Grund dafür, warum Ween auf ihrem neuem Album "Quebec", diesen Versuch gar nicht erst unternommen haben. Klar, wie immer gibt es natürlich auch hier sowohl Eingängiges, als auch Schräges zu begutachten und natürlich wird auch hier der Kurs zwischen Beatles-Harmonien Comedy-Einlagen und Kettensägenmassaker querfeldein, im Zickzacklauf perfekt gemeistert. Ween sind mit "Quebec" schlichtweg wieder sperriger geworden, was die Qualität der Scheibe jedoch in keiner Weise mindern soll. Der Fan freut sich sowieso und schließlich sollte man künstlerische Unberechenbarkeit, stets als Tugend ansehen. Auch eine Welttournee steht auf dem Plan und auf ihrer Website kündigen Dean und Gene vollmundig an: "...we will finally be getting back to some cities that have waited long enough - we are pumped to see you fuckers again. (...) Our batteries are re-charged fully, we have been hungry every night to kick your asses, and you have reciprocated. - Dem ist wohl nichts hinzuzufügen - oder? | ||||
Funky Favella FeverOriginal Soundtrack - City Of God (Milan) Wer zu denen gehört, die Fernando Meirelles Meisterwerk Cidade de Deus (City Of God) noch nicht im Kino gesehen haben, sollte dies schleunigst nachholen um diese Bildungslücke zu schließen. Realistischer und schonungsloser lässt sich die Geschichte über die Bandenkriege, die in den 60er und 70er Jahren, die Bewohner der gleichnamigen Favella, in einem Außenbezirk von Rio de Janeiro in Angst und Schrecken versetzten, wohl nicht darstellen. Ebenso beeindruckend wie der Film, ist jedoch auch der dazugehörige Soundtrack. Antonio Pinto and Ed Côrtes sind die "Masterminds" hinter dieser excelenten Kollektion aus Original Score und frühen brasilianischen Funk Nummern. Funky Wah-Wah Gitarren und fette Bläsersätze in einer Hochgeschwindigkeits-Fusion mit Tamburin, Conga und Cuica (Der Königin der brasilianischen Samba-Instrumente). Zeitreise, Lebensgefühl und U.S.-Brasilianischer Culture-Clash auf 14 Tracks. Gringo Sound from original Rio Ghetto Gangsters! | ||||
An oriental summer nights dreamJane Birkin - Arabesque (EMI) Als die damals 22jährige Engländerin Jane Birkin 1968 den französischen Komponisten Serge Gainsbourg kennerlernte, war sie ein unbekanntes Starlet, das allein durch eine Nacktrolle in Michelangelo Antognionis Kultfilm "Blow Up" auffiel. Doch durch die Amour fou mit dem französischen Chansonier und spätestens durch den Skandalerfolg "Je t'aime... moi non plus" trat sie in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Leider jedoch sollte ihr genau dieser Anfangserfolg zum Verhängnis werden, überschattete er doch unbarmherzig den weiteren Verlauf ihrer Kariere. Viele wunderbare Alben, die sie im Laufe der 70er Jahren aufnahm, fielen somit genau aus diesem Grund, bei der breiten Öffentlichkeit durch. Erst mit zunehmendem Alter, als Jane Birkin durch ihre Rollen in Filmen wie "Theater der Liebe" von Jacques Rivettes, oder als Michel Piccolis Ehefrau in "Die schöne Querulantin" vom quirligen Sexsymbol zur sensiblen Charakterdarstellerin heranwuchs, fand auch ihre Musik wieder Beachtung. Dabei spielt ihre künstlerische Beziehung zum kettenrauchenden Dichtersänger auch nach der Scheidung von Serge Gainsbourg im Jahr 1980 weiterhin eine große Rolle. Ihr jüngstes Album "Arabesque", das in diesen Tagen in Deutschland veröffentlicht wird, sorgte bereits in Frankreich kräftig für Furore. Äußerst geschickt, gelingt es der inzwischen 55jährigen, eine erlesene Auswahl von Gainsbourg Songs unter Zuhilfenahme eines akustischen Ensembles, in ein fremdes, orientalisches Gewand zu kleiden. Sanft und sensibel bewegt sich Birkin mit der musikalischen Unterstützung des bekannten algerischen Geigers Djamel Benyelles durch das Repertoire des Großmeisters und erzählt ihr musikalisches Märchen aus 1001 Nacht. | ||||
The bible of the groovesVarious Artists - !K7 150 (DoCD + DVD) (K7) Dies ist keine gewöhnliche K7 Veröffentlichung - und schon gar nicht einfach nur ein Sampler. Ausgestattet mit einer Bonus DVD, ist das feierlich in Filz gewandete, schwarze Doppel-Album mit der schlichten Seriennummer "K7-150" nichts geringeres als DAS Jubiläumswerk des elektronischen Kultlabels. 1996 als Parallel-Projekt zu der schon damals sehr erfolgreichen Mix-Compilation-Reihe "DJ Kicks" gestartet, avancierte !K7 binnen kürzester Zeit vom gefeierten Underground-Label zu einer regelrechten "Instanz" der elektronischen Musikszene. Wie die "Enzyklopädie des Groove" ließt sich auch die Namensliste der auf "!K7 150" verewigten Künstler: Ursula Rucker, Nicolette, Smith & Mighty, Tosca, Terranova und natürlich Vienna's one and only Kruder & Dorfmeister. Das die insgesamt 28 Tracks, neben bekannten auch jede Menge bisher auf CD unveröffentlichtes Material enthalten, freut den Fan und spricht für die Qualität des Projektes. Die mit 14 Video-Clips gefüllte Bonus-DVD, setzt dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen obendrauf und so bleibt uns nur noch !K7 unsere Gratulation auszusprechen: Also Jungs - Auf die nächsten 150! | ||||
Yeah Yeah YeahPaul Revere & The Raiders - Hard 'n' Heavy With Marshmellow (Repertoire) Wer sind denn bitte Paul Revere & The Raiders? In den USA bereits als Pop-Phänomen verehrt, war die Band hierzulande bei Veröffentlichung ihres 9. Albums "Hard ‚n' Heavy (With Marshmellow)" noch immer weitgehend unbekannt. Während nämlich in den USA zwischen 1966 und '69 nichts, (auch nicht die Beatles, Stones oder Elvis) nur annährend so oft im Radio genudelt wurde wie die Hits dieses durchgeknallten, stets uniformiert auftretenden Portland-Quintettes, fiel das Interesse diesseits des großen Teiches eher mager aus. Selbst Schuld, denn so blieben den Meisten von uns viele dieser wunderbaren Schätze amerikanischer Pop-Singsang-Kultur mit Pfefferminzgeschmack verborgen. Eigentlich schade, denn die Band verfügte mit Chefsänger, Komponisten und Producer Mark Lindsay nicht nur über einen ausgesprochen charismatischen Frontmann, sondern auch über jede Menge potentielles Hitmaterial. Auf diesem aus dem Jahre 1968 stammenden Album, gibt es zudem auch noch prominente Schützenhilfe von den beiden Elvis Presley Bandmitgliedern James Burton und Glen D. Hardin, sowie von einem jungen, begnadeten Bottleneck Gitarristen aus L. A. mit dem Namen Ry Cooder. Das diese liebevoll in einem Digi-Pack verpackte Neuauflage, wie man es aus dem Hause Repertoire ja gewohnt ist, neben einem aufendig gestalteten Booklet auch mit jeder Menge Bonus Tracks ausgestattet ist, erleichtert die Kaufentscheidung und steigert den Spaßfaktor ungemein. Eine CD, die man sowohl in Ehren ergrauten Beat-Veteranen, als auch dem Nachwuchs der "Music Of The Sixties" Generation wärmstens empfehlen kann. | ||||
Gitanos of a new generationVarious Artists - Futuro Flamenco Vol. 2 (Outcaste / PIAS) Outcaste, das in London beheimatete "etwas andere" Dance Label, hatte schon immer einen Riecher für neue Trends und frische Sounds. Vor allem die Welt der eher ausgefallenen Klänge, hat es den Herrschaften offensichtlich angetan. Futuro Flamenco - so der Name dieser neuen Compilation, ist eine Fiesta Latino der ganz speziellen Art. Echte "Barcelona Bastardos" wie Ojos De Bujo, die mit ihrer wilden "Mixtura" aus Flamenco und funky hip hop Beats jeden Laden kurz und klein rocken, treffen auf Los Amaya, die mit dem Song "El Bueno, El Feo y El Malo", einer unglaublichen Flamenco Interpretation von Ennio Moriconne's Spagetti-Western Klassiker "The Good, The Bad and The Ugly", jeden Hörer überraschen. Alles in allem ein großartiges Unikat klassischer und zeitgenössischer Latino- und Flamenco Tunes. Wilder Gesang und schnelle Gitarren treffen auf fröhliche House Vibes und funkige Beats. Der Sommer kann kommen - den richtigen Sound dazu haben wir ja jetzt! | ||||
Women in early country musicVarious Artists - Flowers In The Wildwood (Trikont) Während heutzutage Weiblichkeit in der amerikanischen Unterhaltungsmusik abwechselnd "beautiful" oder "dirty" zum supersexy MTV-Dosenbeat zirpt, gab es Zeiten, in denen Mädels weiß Gott andere Probleme hatten, über die sie singen konnten. Zumal wenn sie vom Land kamen und Landmusik - sprich Country Music machten. Der Münchner Trikont Verlag hat wieder einmal eine betörende Sammlung musikalischer Perlen aus den unendlichen Tiefen der Ton-Archive dieser Welt zu Tage gebracht. Stichwort: "The Great Depression" - jene dunkelste Phase des amerikanischen Traums der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 25 Songs über Abschied, verlorene Träume, gebrochene Herzen und die reine Freude der Liebe. Schon die ersten Takte einer "Lulu Belle", einer "Moonshine Kate" oder der "Dezurik Sisters", treiben dem echten "Cowboy" von Welt Tränen der Glückseeligkeit in die Augen - denn hier stimmt einfach alles: Exzellente Auswahl, rares Material und klasse Begleittexte. Kurz; the most beautiful flowers of America's heritage. | ||||
So sei viver no sambaCibelle - Cibelle (Ziriguiboom) Mal ganz ehrlich - zwar wird das neue Massive Attack Album von dem einen oder anderen als genial bezeichnet, unterm Strich ist es jedoch nur etwas für jenen Typ von Mensch, der in Punkto Electro-Grooves einfach nichts besseres kennt. Wie schön, wenn in solch schweren Zeiten, wenigstens die Brasil-Electro(-niker) vom legendären "Ziriguiboom Label" halten was sie versprechen. Cibelle - so der Name dieser 25jährigen, unbekannten Schönheit aus Sao Paulo, die eigentlich überhaupt gar keine Unbekannte ist. Als Model und Schauspielerin jobbend, wurde sie vor etwa vier Jahren von einem gewissen "Suba" entdeckt und als Hauptvokalistin für sein anstehendes Debüt-Album unter Vertrag genommen. Das Resultat hieß "Sao Paulo Confessions", verkaufte sich ohne Ende und wurde neben Bebel Gilbertos "Tanto Tempo" zum weltweiten Aushängeschild jenes "New Sound Of Brazil" - einer Komposition aus Electronic Downtempo, Jazz und Bossa Nova. Cibelles Stimme klingt noch immer so schön wie auf "Sao Paulo Confessions". Ihr Gesang ist reifer, ihr musikalisches Spektrum breiter geworden. Zwar liegt der Schwerpunkt noch immer im Bereich Bossa Nova, Tropicalia und groovender Samba Soul - ein deutlicher Schritt in Richtung Vocal-Jazz ist jedoch nicht zu überhören. Legte man auf "Sao Paulo Confessions" noch Wert darauf dass, alle Songs in portugiesischer Sprache zu hören sind, so sind auf dem neuem Solo-Debüt 6 von 11 Tracks in englisch bzw. zweisprachig in portugiesisch und englisch arrangiert. Darüber, ob dies nur aus einer Laune heraus geschah, oder ein handfestes Indiz für den globalen Großangriff ist, darf jeder für sich selbst spekulieren - das Experiment ist jedenfalls geglückt - Viva Cibelle! | ||||
Whole Lotta Swingin' Goin' OnRick Vito - Band Box Boogie (Hypertension) Hier kurz einige Eckdaten zu Rick Vito: Gitarrist, Amerikaner, Jahrgang 1950, erster großer Auftritt 1972 als Begleitmusiker auf Todd Rundgrens dritten und bekanntesten Album "Something / Anything?" - Später Gemeinschaftsprojekte mit Blues Legende John Mayall, Ex-Byrd Roger Mc Guinn, US Songwriter Jackson Brown sowie der Slide Guitar-Queen Bonnie Raitt. Feste Bandmitgliedschaft bei Bob Seegers Silver Bullet Band und später Fleetwood Mac. Soweit - So gut! In diesen Tagen kommt Rick Vitos brandneues Studioalbum auf den Markt. "Band Box Boogie", so der vielsagende Titel, ist eine einzigartige Mischung zwischen Blues-Rock und original Swing Musik im Glen Miller Style. Anders jedoch als bei den Klassikern der 1998 einsetzenden Retro-Swing-Ära - "Dirty Boogie" von Brian Setzer oder "Zoot Suit Riot" von den Cherry Poppin' Daddies, legt Vito wert auf die Dokumentation der verschiedenen Swing Arten. "Spirits Of Rhythm", klingt wie eine Vocal Swing Formation aus dem Jahre 1930 - "Band Box Boogie", der Titelsong des Albums, wie die späte Wiedergeburt der 1953 verstorbenen Swinglegende Django Reinhardt. Andere Stücke wie "Let's Chance To Mambo", "Little Sheba" oder "Where Did You Go Betty Page?" erinnern an einen hochprozentigen Cocktail aus Swing, klassischem Rock'n'Roll und Big Band-Sound. Fazit: Eine vitale Performance, die einen beim Zuhören bis in die Zehenspitzen mit Adrenalin füllt. | ||||
Salute to Drug-Rock Godfather's careerLou Reed - NYC Man - The Ultimate Collection (BMG) Natürlich gab es schon viele "Best Of Alben" von Lou Reed und natürlich war das Eine besser und das Andere schlechter. Mit 31 Tracks auf 2 CDs, ist "NYC Man", so der Name dieser brillanten Zusammenstellung, jedoch ein hervorragendes Beispiel dafür, wie gut eine Compilation eigentlich sein kann. Statt liebloser Aneinanderreihung von vermeintlichem "Hitmaterial" zum mitklatschen, erlebt man hautnahe Stationen aus dem Leben eines Rock'n'Roll Animal. Reed, der selbst mit hinter den Reglern stand, suchte sich aus einem Berg von über 150 Source Tapes, das komplette Material zusammen. In nicht-chronologischer Reihefolge, wurden die Stücke dann so aneinandergepasst, wie es den alleinigen Vorstellungen des Meisters persönlich entsprach. Das dies zudem in einer bisher nicht erreichten Sound-Qualität geschah, erhöht den Spaßfaktor immens. Angefangen mit einer Alternativ-Version von "Who Am I", einem Track aus seinem letzten Album "The Raven" geht es Querfeldein durch die 37jährige Kariere des Mannes, dem man ohne Frage als das größte Chamäleon der Rockmusik bezeichnen kann. Von der "Transformer" Transe zum "New York" Poeten, vom "Coney Island Baby" zum "Heroin" Junkie - zusammengekauert auf einer Toilette im Berliner Bahnhof Zoo sitzend - die Nadel noch im Arm. "Walk On The Wild Side" und "Vicious" - "Rock 'N' Roll" und "Waiting For The Man". Lou Reed ist und bleibt eine der schillernsten Persönlichkeiten der Rockmusik, "NYC Man" gehört in jeden gut sortierten Plattenschrank und ich weiß, was ich die nächsten 4 Wochen hören werde. | ||||
Dale al soniddo!!!Various Artists - Chicano Spirit Vol 2 (Follow Me) Chicanos - so der Name jener mexikanischen Immigranten, die den Sprung über den Rio Grande wagten, um auf der anderen Seite des Flusses in den USA ihr Glück zu machen. Chicanos waren es auch, die Mitte der Sechziger Jahre den Latin Rock - später Anfang der Siebziger dann den Latin Funk kreierten. Namen wie Santana oder War gelten hier als die wohl bekanntesten Aushängeschilder dieser musikalischen Gattung. Beim Betrachten dieser Compilation mit dem vielversprechenden Titel "Chicano Spirit Vol. 2", fiel mir als erstes das hervorragende Prachtexemplar von einem mexikanischen 70er Jahre DJ (oder "Disc-Jockey" wie man damals noch sagte) ins Auge. Dieser freundliche "Muchacho" erweckt unmittelbar den Eindruck, als würde er jede Art von Kritik an seiner Arbeit, ohne zu zögern mit einer fetten Salve aus jener abgesägten Schrotflinte honorieren, die sich vermutlich direkt unterhalb seines Mischpultes befindet. Beim durchhören der CD fällt auf, dass die Musik die als "Selection Of Heavy Latin Funk Tracks From The Early 70's" angekündigt wird, ebenfalls hält was sie verspricht. Die Zwölf Tracks dieses doch recht speziellen Genres sind alle weitgehend unbekannt - größtenteils sogar erstmals und exklusiv auf CD zu hören und dennoch - oder gerade deshalb - einfach genial! Stücke wie "Baila Chiquiban" von Nico Gomez oder "Cucaraca Macara" von der Harvey Averne Barrio Band treffen den richtigen Rhythmus, gehen direkt in die Beine und sind zudem absolut exotisch. Inhaltlich bleibt jedoch alles beim Alten: Der "Pimp" wird zum "Chulo", der "Pusher" zum "Camello", das "Chick" zur "Chica" und die "Pumpgun" zur "Escopeta" | ||||
A classic melodramatic momentGamine - Sabotage (Slaughterback) Claudia Barton and Ian Williams leben in ihrer Londoner Traumwelt aus "Charity Shop Glamour" und den bunten Lichtern des nächtlichen Soho. Würde man die beiden jedoch ausschließlich nach ihrer Musik beurteilen, so würde man sie wohl eher im Paris der sechziger Jahre vermuten denn ihr Debüt-Album "Sabotage", klingt wie der verschollene Soundtrack eines "Film Noir" Klassikers anno 1961. Williams schafft mit seinem melodramatischen Pianospiel den optimalen Rahmen um Claudia Bartons eindrucksvolle Stimme in Szene zu setzen. Manchmal klingt es etwas nach Goldfrapp ein anderes Mal wie Tindersticks und ab und an auch wie St. Etienne! Dennoch wäre es schlichtweg falsch dem Album seine Individualität abzusprechen, indem man es mit oben genannten vergleicht. Sabotage ist ein großes Album, das vermutlich erst nach mehrmaligen Anhören die versteckte Genialität seiner monochromen Romantik entfaltet. Messerscharf, bittersüß und gefährlich! | ||||
Una alegría para todos oídos!Ojos De Brujo - Bari (La Fabrica de Colores) In ihrer spanischen Heimat gelten Ojos De Brujo als "Die jungen Wilden von Barcelona". Ihre Musik, von der spanischen Musikpresse auch gerne als "Barcelona Mestiza" oder "Barcelona Zona Bastarda" bezeichnet, steht für einen sich immer mehr durchsetzenden Trend, traditionelle Musikstile wie Rumba oder Flamenco mit elektronischen Beats zu fusionieren. Ihr erstes Album "Vengue" verkaufte sich allein in Spanien über 20.000 mal. Mit "Bari" - so der Titel ihres zweiten und neusten Albums, wollen die 9 Musiker, die sich selbst eher als ein Musikerkollektiv denn als feste Band sehen, an ihren eigenen Erfolg anknüpfen und das europäische Festland jenseits der Iberischen Halbinsel im Sturm erobern. Schon beim ersten "Reinhören", kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass ihnen dies durchaus gelingen könnte. Viele der Musiker haben zuvor in Rock-, Hip Hop- oder Funkbands gespielt. Ramón, der Gitarrist ist ein echter "Gitano" - ein Meister der Flamenco-Gitarre und Sängerin Marina "La Canillas" hat die Grazie und das Feuer einer spanischen "Bailadora". "Bari" interpretiert die Geschichte der Gipsy's und ihrem Flamenco und überzeugt vom ersten Track an durch die rhythmischen und positiven Vibes, die sich immer wieder über das gesamte Album bestätigen. Ein Album das zeigt, dass traditionelle Musik nicht an Qualität und Spannung verliert, wenn man sie intelligent mit modernen Elementen verbindet. So klingt Flamenco für das 21. Jahrhundert. | ||||
The rediscovery of minimalismM. Hederos & M. Hellberg - Same (V2) Vor etwa einem Jahr, rezensierte ich an dieser Stelle das Album "Together In The Darkness" auf dem das schwedische Musiker-Duo Hederos & Hellberg längst vergessene Schätze der Rock-Musik zu neuen Leben erweckten und mit so viel Gefühl und Traurigkeit interpretierten, dass selbst hartgesottene Zeitgenossen beim Hören dieser Songs, von Gefühlen der sentimentalsten Sorte heimgesucht werden. Was nur wenige wissen: "Together In The Darkness" war nicht das erste Album der beiden Herren. 2001, also bereits ein Jahr zuvor, wurde in Schweden ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht, das mit zweijähriger Verspätung in diesen Tagen endlich auch Einzug in deutsche Plattenläden hält. Martin Hederos, eigentlich Gitarrist bei "Soundtrack Of Our Lives" hatte die Idee gemeinsam mit Musiker Kollege Matthias Hellberg, der zu diesem Zeitpunkt bei der schwedischen Kick Ass Combo "The Hellacopters" die Saiten drosch, ein eigenständiges Musikprojekt zu konzipieren, das im krassen Gegensatz zu dem stand, was man für gewöhnlich von den Bands der beiden zu hören bekam. Äußerst spartanisch - da lediglich mit Piano, Blues-Harp und rauchiger Stimme ausgestattet, ging es an die Arbeit. Als Covervorlagen dienten Klassiker großer Helden wie The Velvet Underground, Tom Waits, Mink de Ville und Bob Dylan. Das Ergebnis könnte man als eine vorher nie dagewesene Form von musikalischen Depressiv-Minimalismus bezeichnen. Songs wie "Pale Blue Eyes" von V.U. oder "Guilty" von Randy Newman erwachen zu neuem Leben und scheinen geradezu über sich selbst hinauswachsen zu wollen. Alles in allem ein Album, auf dem wohl jeder Hörer sein eigenes, persönliches Highlight finden dürfte. Mein Favorit ist hierbei eindeutig die Wahnsinnsversion von "Signed D.C." - ein Song des ersten Albums der Band "Love" aus dem Jahre 1966! | ||||
Like a cross between James Brown and Ivo PapasovHorace X - Sackbutt x Folk x Spoil x Sunday (Vielklang) In heutigen Zeiten in denen praktisch jede musikalische Veröffentlichung seitens der Plattenfirmen einem bestimmten Genre zugeordnet wird, ist es immer wieder erfrischend, auf Sachen zu stoßen, bei denen dies einfach unmöglich ist. Da wäre zum Beispiel dieses neue Album der aus Cambridge stammenden Band Horace X. Auf ihrem mittlerweile vierten Album mit dem seltsamen Titel "Sackbutt x Folk x Spoil x Sunday" präsentieren die 5 Engländer einen rhythmusbetonten, hochprozentigen Zappel-Cocktail mit Dauertanz-Garantie. Die Zutaten: Einen 1/4l digitale post-house dance beats, 2cl Oldschool Funk, 2cl Nu-Jazz, einen Schuss Reggae, ein paar Ska Riddims, je eine Priese Asian- Celtic- und Cajun Fiddle, und eine ordentliche Portion bester afrikanischer Bum-Bum-Bamboo-Percussion. Das Resultat ist ein schwer groovender High Energy Mix mit Worldmusic Geschmack nach dessen Genuss garantiert niemand mehr still auf seinem Fleck stehen kann. Dank ihrer spektakulären Bühnenpräsens, begeisterte Horace X im vergangenen Jahr auf diversen renommierten Jazz- Worldmusic- und Electronic Festivals in Europa und den USA gleichermaßen Publikum und Kritiker gemeinsam. Auch für dieses Jahr sind Touren und diverse Festival-Aktivitäten angekündigt. Bis dahin müssen wir uns wohl mit dem Anhören des Albums zufrieden geben. Einer Scheibe, die sich garantiert in keine musikalische Schublade stecken lässt. | ||||
Now we wanna be the StoogesBurning Brides - Fall Of The Plastic Empire (V2) Als jahrelanger "Die-hard" Iggy Pop bzw. Stooges Fan, lausche ich schon lange nicht mehr auf, wenn mir irgendjemand etwas über diese oder jene neue Band erzählt, die angeblich wie meine musikalischen Lieblinge klingen soll. Um ehrlich zu sein, kann ich das ständige "Stooges-artige", "Stooges-angelehnte" und "Stooges-lastige" von Pappis Geldbeutel gestylten und mit "Designer-Tattoos" vollbemalten Jüngelchen der neuen "Retro...of the Retro...of the Retro-Sixty-Genearation" nicht mehr hören. So war ich erst auch äußerst skeptisch, als mir in der Beschreibung der neuen Burning Brides CD die Schlüsselwörter MC5, Black Sabbath und (...wer hätte das gedacht!) The Stooges in die Augen sprangen. Beim anhören jedoch, musste ich wirklich schmunzeln, denn dieses "Brachial-Trio" aus Philadelphia, klaut dermaßen schamlos bei den Herren Tyner, Osbourne & Osterberg, dass man dies schon wieder als genial bezeichnen muss. Mit roher Energie, übermächtigen Gitarrenriffs und einer durchgängig komplexen Dynamik lassen die Musiker keinen Zweifel daran, aus welcher musikalischen Ecke sie kommen und wie ihre Vorbilder heißen. Dass dabei manche Stücke fast 1:1 am Original kleben, scheint hier niemanden wirklich zu stören. So klingt der Song "Glass Slipper" wie "Raw Power" - "Arctic Snow" sogar wie "The Passenger" Weiß Gott wie - aber es funktioniert und so macht das Anhören dieser Scheibe mit jedem mal mehr Spaß. ...und mal Hand aufs Herz - wer von uns ist denn nicht schon einmal auf etwas "geklautes" abgefahren?!? | ||||
A smooth start into a new yearRon Sexsmith - Cobblestone Runaway (V2) Mit Cobblestone Runaway, seinem mittlerweile sechsten Album, produzierte der aus Toronto stammende Singer/Songwriter Ron Sexsmith, eine berührende und besinnliche Sammlung cooler, treibender Melodien und warmer, hoffnungsvoller Balladen. Das in nur sieben Tagen aufgenommene Werk, ist eine angenehme Mischung akustischer und elektrischer Gitarren, die sich im Zick Zack Kurs geschickt und mühelos, durch ein Dickicht unterschiedlichster Musikstile hindurcharbeiten. Vom warmen Swing Song wie "Former Glory" zum zarten, gefühlvollen "These Days" - vom hymnenartigen "Least That I Can Do" zum sanft dahingleitenden, funky "Dragonfly On Bay Street." Auch über 10 Jahre nach seinem Debüt Album "Grand Opera Line," arbeitet Sexsmith noch daran sich als Songwriter weiterzuentwickeln - eine nicht selbstverständliche Sache. "Ich bin glücklich, dass dieses Mal alle Songs gute Grooves haben und sich ein deutlicher Rhythmus durch das Album zieht" sagte er neulich in einem Interview. "Zu einigen Songs könnte man wirklich tanzen - und das ist geradezu neu für mich." | ||||
Back In BlackBeth Gibbons & Rustin Man - Out Of Season (Go Beat) Herbstzeit - Die Blätter fallen von den Bäumen und der Himmel ist grau. Was passt wohl besser zu dieser Vorstellung, als die bittersüß melancholische Stimme von Portishead Sängerin Beth Gibbons. Eines gleich vorweg: Dies ist definitiv KEIN neues Portishead Album - dafür aber nicht minder interessant und für mich persönlich sogar eines der schönsten die ich in diesem Jahr gehört habe. Neben Beth Gibbons brilliert kein geringerer als Rustin Man, besser bekannt unter dem Namen Paul Webb. Der Bassist und Mitbegründer der englischen 80s Heroen Talk Talk, war vermutlich der idealste Kooperationspartner den Mrs. Gibbons auf der Insel finden konnte - stellte dieser (natürlich im Dreamteam mit Talk Talk Sänger Mark Hollis) mit grandiosen Alben wie "Spirit Of Eden" oder "Laughing Stock" bereits Ende der Achtziger unter Beweis, melancholische Meisterwerke für die Ewigkeit machen zu können. "Out Of Reason" hat durchaus das Zeug als ein Solches in die Musikgeschichte einzugehen. Ruhige Akustik Stücke mit Gitarre oder Piano, wechseln mit pathetischen Monumental Nummern inklusive Orchesterpassagen und Hintergrundchorälen. All dies geschieht mit einer Leichtigkeit, die einen wie ein Magnet in den Bann zieht und die Welt um sich herum vergessen lässt. Wer beim genießen dieser Musik, noch auf Beths wunderbare Lyrics achtet, wird zusätzlich noch mit einer wunderbaren Dosis von weiblicher Anmut und Sinnlichkeit belohnt. Nach 10 Tracks und 44 Minuten Spielzeit ist der Traum vorbei und spätestens dann ist einem eines klar: "Out Of Season" wird polarisieren - Entweder es bedeutet einem alles oder nichts. | ||||
The Swiss - New York ConnectionDomenico Ferrari - Commute (Straight Ahead) Der Name Domenico Ferrari dürfte wohl den meisten Lesern, wenn überhaupt, lediglich als Jazz-Gitarrist ein Begriff sein. Was jedoch der Mann aus Zürich gemeinsam mit der außergewöhnlichen "Spoken Word Poetin" Latasha Diggs aus New York auf seinen neuen Album "Commute" zu Wege brachte, dürfte wohl demnächst dafür sorgen, dass man seinen Namen auch in ganz anderen Hörerkreisen kennen wird. Die Jazz-Gitarre gegen Sampler und Synthesizer ausgetauscht, kreierte Ferrari dieses außergewöhnliche Electro/Nu- Jazz Album und demonstrierte so, seine offene und futuristische Haltung entgegen der allgemeinen Definition von Jazz Musik. Urban und melancholisch, gleichzeitig aber auch verträumt und ein bisschen kitschig - "Commute" demonstriert eine offene Vielfalt unterschiedlichster musikalischer Strömungen und Einflüsse moderner Jazz Musik als frische, progressive Komposition von Hip Hop, Poetry, Soul, Elektro und Broken-Beats. Auf jeden Fall mal reinhören! | ||||
The re-birth of Bossa NovaCelso Fonseca - Natural (Ziriguiboom) Wer kennt es nicht dieses Gefühl, dass uns an einem der vielen grauen und kalten Tagen dieser Jahreszeit aus heiteren Himmel heimsucht - ein Gefühl von Sehnsucht nach einer anderen Welt: Weiße Strände, blauer Himmel, Palmen, Meer... In Rio de Janeiro ist es jetzt Sommer. Die Luft ist warm und duftet nach Meer. Man flaniert an den Stränden von Copacabana, Ipanema und Leblon, macht einen Ausflug nach Capo Frio oder trinkt einen Kaffee im berühmten "Cafe Colombo" auf der Rua Gonçalves - und im Hintergrund: Musik von Celso Fonseca. Nach erfolgreicher Zusammenarbeit mit den größten Namen der brasilianischen Musikszene wie Gilberto Gil, Caetano Veloso, Marisa Monte, Chico Buarque und Bebel Gilberto, legte dieser mit Natural sein erstes internationales Soloalbum vor und gilt in Rio als Geheimtip der Saison. Der gebürtige Carioca, der bereits im Alter von 19 Jahren als Gitarrist mit Gilberto Gil auf der Bühne stand, präsentiert die gelungene Wiederentdeckung des klassischen Bossa Nova. Im Stil seiner großen Vorbilder João Gilberto, Antonio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes, ist das Album mit akustischer Gitarre, Percussions und Standbass äußerst spartanisch instrumentalisiert. Dabei versteht es Fonseca ausgezeichnet, die Charakteristik seiner ruhigen und angenehme Stimme, charismatisch in seine Musik einzubringen ohne diese in den Vordergrund zu drängen und erzeugt auf diese Weise Stimmungen und Momente wie aus einem Brigitte Bardot Film der sechziger Jahre. A origem da felicidade! | ||||
From far away across the bayThe Savoy Truffle - The Savoy Truffle (Blue Buffalo) The Savoy Truffle? Hat man das nicht schon mal irgendwo gehört? Bingo! Beatles, White Album, zweite LP genau zwischen "Honey Pie" und "Cry Baby Cry" - dort war es. Handelt es sich hier also um eine Cover Band der "Fab Four" ? Weit gefehlt! Schon nach den ersten Tönen ist jedem klar worum es geht und spontan fallen einem lange Zeit nicht gehörte Scheiben von Allman Brothers, Point Blank und Lynyrd Skynyrd ein. Southern- Westcoast- und Bluesrock ist angesagt und das in seiner wohl pursten und ursprünglichsten Form. Wer oder was aber steckt dahinter? Wer, wenn nicht Warren Haynes oder Dickey Betts persönlich ist in der Lage einen solch coolen Sound hinzubekommen? Ein Blick in die Besetzungsliste des Booklets und die Überraschung ist perfekt. Savoy Truffle kommen nicht aus Alabama und auch nicht aus Kalifornien. Sie kommen noch nicht einmal aus den USA sondern aus dem japanischen Osaka. Zwei Schlagzeuger, Bass, Gitarre und Gesang - die fünfköpfige Combo hat sich 1990 formiert und existiert seitdem in unveränderter Besetzung. Obwohl alle Stücke aus der eigenen Feder stammen, verblüfft die Ähnlichkeit und Nähe zu den amerikanischen Vorbildern, wenngleich, und dies ist entscheidend, das Album durchgehend mit dem Prädikat "Eigenständig" auszuzeichnen ist. Sicherlich ein "Pflichtkauf" für alle eingefleischten Jam- und Southern Rock Fans. Für alle Anderen die hervorragende Gelegenheit, sich mit buchstäblich relaxter Musik vertraut zu machen. | ||||
The New Voice Of Sao PauloPaula Lima - Diva Paulista (Mr. Bongo) Die Einwohner von Rio de Janeiro heißen in ihrer Landessprache "Cariocas", die Einwohner Sao Paulos "Paulistas" und somit wird schon im Titel dieser wunderbaren Scheibe verraten, mit was wir es hier zu tun haben. Paula Lima wird heute in ihrer Heimat als die "First Lady" des brasilianischen R'n'B verehrt. Ihre musikalische Geschichte begann jedoch 1992 in ihrer Heimatstadt Sao Paulo, wo sie sich ihr Brot als Sängerin der Band "Unidade Movel", durch Auftritte in kleinen Clubs und Bars der Millionenmetropole verdiente. Hier wurde kein geringerer als Brasiliens Superstar Jorge Ben auf die exotische Schönheit mit der außergewöhnlichen Stimme aufmerksam und engagierte sie vom Fleck weg als Background Sängerin für seine eigene Band. Da ihr ihre Mitarbeit in verschiedenen Projekten, wie der Soul Band Zomba oder der Funk Big Band Funk Como Le Gusta, auf lange Sicht einen eher mittelmäßigen Erfolg einbrachten, entschloss sich Paula 2001 zu ihrem ersten Soloalbum. Produziert von Meisterproduzent Max de Castro, entstand ihr Album "E Isso Ai", das sich bisher in Brasilien über eine halbe Millionen mal verkaufte und die hübsche Sängerin, über Nacht zum Superstar machte. Unter dem Namen "Diva Paulista" kommt diese Scheibe nun auch in den europäischen Handel und ist eigentlich jedem Anhänger der Funk & Soul Fraktion wärmstens zu empfehlen. Die Kombination aus Jazz, schwarzen Soul Grooves, coolen R'n'B und exotischen Funk Passagen strahlt außergewöhnliche Wärme und angenehme Harmonie aus, wobei die portugiesischen Gesangspassagen von Paula Lima wie brauner Zucker in einer Caipirinha wirken. Wow! | ||||
NorthernlightsVarious Artists - Red And Blue ... Neither Nor Way DoCd Norwegen - das Land der 1.000 Fjorde dessen Grenzen die Demarkationslinien der bewohnbaren Welt symbolisieren, war über jahrzehnte hinweg unberührt vom Zugriff der internationalen Musikindustrie. Hier, wo nur etwa halb so viele Menschen wie in New York leben, ist auch die Musikszene übersichtlich geordnet. Ob Bugge Wesseltoft, Motorpsycho oder Nils Petter Molvaer - man kennt sich, hört einander zu, arbeitet zusammen... unabhängig von Alter, Herkunft und musikalischer Ausrichtung. "Red And Blue … Neither Nor Way" ist eine liebevoll zusammengestellte CD Compilation, deren Inhalt sich überwiegend aus den unterschiedlichsten Strömungen der norwegischen Jazz- und Elektroszene zusammensetzt. Neben den oben Genannten, gibt es hier vor allem viel Neues zu entdecken. Das jedoch eigentlich Faszinierende, ist die durchgängig homogene Herausbildung einer kollektiven, künstlerischen Sprache die, obwohl sie sich aus völlig unterschiedlichen Quellen speist, am Ende wieder zu einer Einheit zusammenschmilzt. Völlig problemlos wechselt Pop mit Jazz und experimentelle Elektronik mit norwegischen Traditionslinien. Ein Album für Menschen, die es gelernt haben zuzuhören. | ||||
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